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Eingewöhnung in der Kita


Eine Kollegin erzählte Montagfrüh nach den Ferien, sie habe die vergangene Nacht nicht gut geschlafen, ein Gedanke hat ihr keine Ruhe gelassen: „Eingewöhnung – wie mach ich das? – ach irgendwie wird es schon gehen!“


Gelingende Eingewöhnung.

So prangert es auf Seite 28 der Bildungsgrundsätze in NRW. Im Weiteren kann erfahren werden, wie wichtig der Bindungsaufbau ist, für den Eltern und Fachkräfte Verantwortung tragen, weiter heißt es, dass der Übergang einer sicheren und Vertrauensvollen Bindung bedarf. Anschließend werden Rahmenbedingungen genannt die für eine möglichst Konstante Bezugsperson deuten und weiter geht es in der Bildungsdebatte(vgl. S. 28ff.).

In allen 16 Bildungs- und Orientierungsplänen wird auf die Anforderung in der Eingewöhnungszeit ähnlich eingegangen. Der Prozess gliedert sich in unterschiedliche Phasen; der Bindungsaufbau zum Kind ist wichtig weil; personelle Ressourcen werden umverteilt; Dienstpläne müssen angepasst werden;


Im Jahr 2011 ist ein Eingewöhnungstagebuch im Carl Link Verlag erschienen, dieses soll es erleichtern, die Eingewöhnung zu dokumentieren und Standards festzulegen. Beginnend ist ein Vorwort mit einigen Informationen zur Entstehung und der Eingewöhnung allgemein gehalten. Anknüpfend finden sich auch hier der Bindungsaufbau (vgl. S. 7). Hier werden sogenannte „Stille Fragen“ aufgeführt, zwischen Kind, Erzieher, Bindungsperson und Gruppe. Diese könnten sowohl als Denkanstöße, wie auch als offene Fragen in einigen Gesprächen fungieren. Wichtig ist hier die Offenheit aller Personen. Dann geht’s neben weiteren Info´s in die Dokumentation.

Schnell kann man sich in diesem Thema verlieren und viele Quellen zu diesem Thema finden, jedoch fehlt ein entscheidender Punkt in all diesen Berichten.


Eingewöhnung – ganz praktisch? Wie funktioniert das?

Eine meiner Kolleginnen erzählte Montagfrüh nach den Ferien, sie habe die vergangene Nacht nicht gut geschlafen, ein Gedanke hat ihr keine Ruhe gelassen: „Eingewöhnung – wie mach ich das? – ach irgendwie wird es schon gehen!“

Auf diese Frage hat jede Erzieherin eine Antwort und eigentlich machen wir das doch eh alle gleich - aber was ist es, dieses das, die Eingewöhnung.

Der erste Tag nach den Ferien, die „alten“ Kinder und Familien kommen, jeder hat so viele Dinge zu erzählen, in drei Wochen ist so viel passiert. Hier muss natürlich jeder sofort alles erzählen, eine lange Schlange bildet sich vor der Erzieherin. Bei so vielen Infos kann man nicht immer alles sofort aufnehmen. Die ersten Fragen nach den Elterngesprächen werden laut und jeder will zu seinem Recht kommen. Und dann steht sie da, die „neue“ Familie, das Kind mit seinen Eltern.

Wer macht was wie und warum?

Deutschland in der Bildungsoffensive – Qualitätsmanagement, Prozessbeschreibung und Standards.

Eingewöhnung mit Marte Meo.

Neulich in einer Kita in Köln.

Nach den Sommerferien startet das pädagogische Personal mit einem Putztag in das neue Kita-Jahr. Erzieherin Conny erzählt von ihrem Urlaub und dem abrupten Ende in der vergangen Nacht, „Ich bin völlig erschrocken und verzweifelt aufgewacht. Ich mach dieses Jahr die Eingewöhnung mit unseren Minis, aber – wie mach ich das? Nachdem ich etwas darüber nachdenken konnte, kam mir der Gedanke, das verlernt man schon nicht, wird schon klappen. Im Zweifel lerne ich das mit den Kindern zusammen hahaha“.

Dieses Gespräch hat mich zum Nachdenken angeregt. Wie funktioniert Eingewöhnung? Jedes Jahr ist es ein großes Thema in den Kitas, neben dem Berliner Eingewöhnungsmodell gibt es zahlreiche Dokumentationsformen, aber wie gehe ich praktisch an die Eingewöhnung ran und wie beginne ich den Kontakt, das Vertrauen und die Beziehung zu den neuen Kindern und Eltern? Können kann das jede Erzieherin und irgendwie hat es auch noch jedes Kind geschafft eingewöhnt zu werden, was steckt genau dahinter, und gibt es eine Möglichkeit, die Kinder schonender und Bindungssicherer einzugewöhnen? – Ja, Marte Meo.

Bei den Worten Vertrauen und Beziehung kam mir sofort die Marte Meo Methode in den Sinn. Eine Methode um mit Kindern in Kontakt zu treten, die Beziehung zu intensivieren und in die Welt des Kindes zu tauchen um den nächsten Entwicklungsschritt vorzubereiten.

Jede Fachkraft die den Marte Meo Partitionier absolviert hat, kennt den Dreilaut. Warten – Folgen – Bennen, genau dort setzten wir an.


Die Kinder und Eltern werden begrüßt und anstatt das Kind mit Fragen und Informationen zu überhäufen, lassen wir das Kind entspannt mit den Eltern sich umziehen und fertig fürs Spielen machen. Gemeinsam mit einem Elternteil betritt das Kind die Gruppe und eine Fachkraft nimmt sich die Zeit lässt das Kind ankommen, setzt sich in Nähe des Kindes und wartet aufmerksam, folgt dem was das Kind zeigt und benennt die Tätigkeit des Kindes. Dies über einen Zeitraum von 5 – 10 Minuten, bei Interaktion die vom Kind ausgeht, kann die Fachkraft hier, im Gegensatz zur Marte Meo Methode, darauf eingehen und in einen fließenden Prozess mit dem Kind gehen.

Durch das aufmerksame Warten zeigt die Fachkraft dem Kind das die Initiative vom Kind wichtig und richtig ist, durch das Folgen lässt die Fachkraft dem Kind die Zeit sich zu äußern, weiterzuentwickeln und ggf. auf Wichtigkeiten hinzuweisen und zuletzt durch das benennen wird die Initiative vom Kind aufgegriffen und das Kind fühl sich angenommen und kann so seine Selbstsicherheit entwickeln. Auch bei mehr als einem Kind kann die Fachkraft eben auf dieses Weise sich jedem Kind eine gewisse Zeit vollkommen zuwenden, jedes Kind fühl sich gesehen und angenommen. Jetzt kommt der nächste Schritt. Die soziale Aufmerksamkeit – Freundschaften untereinander fördern.

Schau mal David, Jens spielt mit dem Feuerwehrauto. Das ist spannend, ich setz mich mal zu ihm. Wenn du magst komm doch mit. Hallo Jens, David und ich haben entdeckt, dass du mit dem Feuerwehrauto spielst, da wollten wir gleich dazu kommen. Oh Lara, hast du gesehen, Jens spielt mit dem Feuerwehrauto. Magst du vielleicht mit deiner Kutsche dazu kommen? David hat eine tolle Idee gehabt, er möchte eine Parkgarage bauen, da kann dann das Feuerwehrauto von Jens reinfahren. Noah, sollen wir einen Platz für dein Rennauto einplanen? Oh wie schön, schaut mal, Isabelle hat die Tiere dazu gestellt, vielleicht finden die auch einen Platz. Jede Fachkraft weiß – diese Situation lässt sich nun in Hunderttausend Möglichkeiten aufteilen. Auch wichtig ist hier, das die Fachkraft ein gutes Beobachtendes Auge hat und den Moment wahrnimmt, an dem Sie sich zurück ziehen sollte. Durch weiteres Warten – Folgen – Benennen können auch kleine Kinder ihr Spiel hier integrieren. So lernen auch die Kleinen schon das „Miteinander“ statt nebeneinander.

„Das Beste was Kinder mir schenken können, ist das Gefühl überflüssig zu sein, dann habe ich als Erzieherin meine Arbeit sehr gut gemacht!“



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